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OVGO-Gelände Obernburg

Art Realisierungswettbewerb, 1996
Ort Obernburg / Main
Auslober Gemeinde Obernburg
Bearbeiter Henning Baurmann, Jan Wolff
Außenanlagen Thomas Göbel-Groß
Platzierung

2. Rundgang

Publikation

Wettbewerb Aktuell 3/1997

Mit dem Entwurf zur Neubebauung des OVGO-Geländes am Rande der Obernburger Altstadt schlagen wir eine Baustruktur vor, die zwar notwendigerweise mit dem traditionellen Bauschema des Ortskerns bricht, aber einzelne typologische Elemente der Altstadt aufgreift und neu formuliert - so die Bildung von Gassen und Plätzen, die hohe Dichte im Verbund mit starker Durchgrünung und die Ausbildung von straßenseitigen Giebelfassaden am Oberen Neuen Weg, die die Maßstäblichkeit der historischen Bebauung aufnehmen.

Durch die orthogonale Stellung der Hauptbaukörper zum Steilhang werden ökologische Aspekte wie die fließende Durchgrünung und die Durchlüftung ebenso berücksichtigt wie die einer optimalen und wirtschaftlichen Erschließung. Die Zeilenbauweise lässt es zu, jede denkbare Wohnungsform zu realisieren. Die Eingriffe in den Steilhang lassen sich minimieren, eine Aufteilung in einzelne, voneinander unabhängige Bauabschnitte ist problemlos möglich.

Grundgedanke des Vorschlags ist die Schaffung eines identitätsstiftenden, zentralen Platzes, um den herum sich Einzelhandel, Dienstleister und Wohnungen nach beliebigem Verteilerschlüssel gruppieren. Ähnlich vielfältig wie die Nutzungsstruktur kann auch die bauliche Gestaltung der einzelnen Baukörper ausfallen. Die Quartiersinterne Wegeführung nimmt an diesem Platz ihren Ausgang und verbindet die einzelnen Zugänge miteinander. Der Hang wird dabei über kleine Treppenanlagen in die Gesamtgestaltung miteinbezogen und damit zum prägenden Element für die Bewohner.

Die Anbindung erfolgt über die Miltenberger Straße und vom Oberen Neuen Weg aus; hier liegt auch die Zufahrt zur Tiefgarage, die den Platz und die unmittelbar anschließenden Gebäude umfasst. Das existierende ehemalige Verwaltungsgebäude bleibt in seiner Bau- und Nutzungsstruktur bestehen und definiert den Übergang zur Altstadt Obernburgs. Die bauliche Dichte des Quartiers ist relativ hoch, um einer weiteren Zersiedelung der Ortsränder entgegenzuwirken. Der architektonische Charakter der Bebauung orientiert sich an dem erklärten Ziel des Auslobers, eine hohe Wirtschaftlichkeit mit dem hohen Wohnwert des Quartiers in Einklang zu bringen. Wie die Vorstellungsbilder zeigen, ist sowohl an eine kostengünstige Ausführung in Holzrahmenbauweise wie auch an den konventionellen Massivbau gedacht, wobei ökologischen und soziologischen Gesichtspunkten ebenso viel Beachtung geschenkt werden sollte wie den ökonomischen Forderungen.