Die Wohnbebauung an der Einfahrt in das neue Wohnquartier in den ehemaligen Knielinger Kasernen gliedert sich in zwei grundsätzlich unterschiedliche Baukörpertypologien, den Geschosswohnungen entlang der Sudetenstraße und den reihenhausähnlich organisierten Eigentumswohnungen an der Egon-Eiermann-Allee. Sie bilden den Rahmen für das Quartier, begleiten den Straßenraum, markieren die Ecke und leiten über zu der kleinmaßstäblicheren Bebauung des Quartier-Inneren.
Geschosswohnen
Die weitgehend geschlossene Bebauung an der Sudetenstraße wird
aufgenommen durch zwei großmaßstäbliche, kräftige Baukörper. Hinter den
hohen Eingangstüren befindet sich ein großzügiger Zugang zu den
Treppenhäusern, zum Fahrrad- und Kinderwagenraum und dem Aufzug. Große
Raumhöhen erinnern an das Prinzip der Gründerzeithäuser. Die
barrierefreien Etagenwohnungen sind durchgängig zweiseitig belichtet
und mit großen Loggien versehen; in ihnen kann durchgewohnt werden. Auf
dem Dach befinden sich Penthouse-Wohnungen als einzelne „Häuser“ mit
großzügigen Dachterrassen, die rundum belichtet sind. Eine feinkörnige,
weiße Putzfassade gibt den Riegeln eine ruhige, flächige Anmutung,
gegliedert durch die tiefen Rücksprünge der Loggien. Ein Sockel aus
schwarzem Klinkermauerwerk mit breiten weißen Lagerfugen bindet alle
Baukörper zusammen und formuliert die Zugänge; er setzt sich auf der
Rückseite in Form von Gartenterrassen fort. Horizontal geteilte, breite
Fensterformate, abgesetzt durch farbige Putzfaschen, betonen die
Maßstäblichkeit der langen Baukörper.
Individualwohnen
Die stadträumliche Situation an der Eiermann-Allee verlangt nach einer stärker gegliederten, kleinteiligeren Bebauung; sie bildet den Übergang zur ansonsten eher kleinmaßstäblichen, additiven Bauweise im Quartier. Tatsächlich handelt es sich hierbei um Reihenhäuser, die um ein aufgesetztes Penthouse mit Loftcharakter ergänzt werden. Große Lufträume schaffen zweigeschossiges Wohnen über die Etagen. Jede Wohneinheit hat einen separaten Zugang von der Straße aus, was der Adressbildung dienlich ist und ein Höchstmaß an Individualität verspricht. Die oberen Wohnungen werden über eine gebäudehohe Fuge erschlossen.. Die Aufteilung der einzelnen Wohneinheiten ist an den aus einzelnen Hausteilen bestehenden Fassaden nicht ablesbar; auch hier bestimmen weißer Putz und schwarze Klinker das Erscheinungsbild.
Parken
Die Tiefgaragenzufahrt liegt im Blockinneren und stört damit nicht die Straßenfassade an der Sudetenstraße. Durch ihre Lage wird zugleich der Autoverkehr aus dem Quartier selbst herausgehalten. Den Einzelhäusern an der Eiermann-Allee sind rückseitig erschlossene Carports mit Rankgerüsten zugeordnet, die die Gärten begrenzen und über eine Spielstraße erschlossen werden.
Freiraum
Die öffentlichen und privaten Freiräume sind nach dem Prinzip der
Schichtung gestaltet, sie hierarchisieren den öffentlichen Raum und
weisen spezifische Nutzungsmöglichkeiten auf. Den Riegeln entlang der
Sudetenstraße ist ein halböffentlicher Vorbereich zugeordnet, ein
Streifen mit Bänken, Fahrradabstellplätzen, wassergebundenen Belägen,
dessen punktuelle Bepflanzung durch Patenschaften von den Bewohnern in
Besitz genommen werden soll. Hier besteht die Möglichkeit, Boule zu
spielen und die Nachbarn zu treffen. Dieser Streifen bildet den Filter
zur Öffentlichkeit, hier erfolgt, markiert durch die überhohen
Haustüren, die Adressbildung und Identifikation mit dem eigenen Haus.
Auf der Gartenseite werden die Mietergärten durch ein Birkenwäldchen
begrenzt, das den Kindern als Spielplatz dient. Unterschiedliche Beläge
und Bepflanzungen bieten vielfältige Nutzungsmöglichkeiten.
Konstruktion
Durch die Ausbildung tragender Kerne und Wohnungstrennwände ergeben sich für die Erstellung wirtschaftliche Deckenspannweiten. Individualräume sind flexibel planbar, da sie über nichttragende Wände geteilt werden. Die massive Bauweise sichert bei hoher Speicherkapazität ein günstiges Raumklima. Die kompakte Bauweise trägt zur wirtschaftlichen Erstellung ebenso bei wie zu wärmetechnisch günstigen Gebäudekennwerten.



